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Kulinarische Erlebnisse in China

Das wichtigste Vorweg: Das Essen in China hat nichts mit dem in Europa bekannten chinesischen Essen zu tun. Gar nichts. Reis gibt es fast nie und von der Ente wird meist sowieso nur die Haut gegessen. Ebenso gibt es keine ruhigen Ecken, keine Aquarien mit Zierfischen und keine Teppiche.

Das typische kleine Restaurant in China ist oftmals gar nicht als solches zu erkennen. Der Eingangsraum ist komplett gefliest und hallt wie eine kleine Kapelle. Ein Computer und ein paar Kartons säumen den Eingang und über Speisen und Preise wird vor und während dem Essen wild verhandelt.

Restaurant in ChinaRäume wie dieser sind in den kleinen Restaurants auf dem Land sehr gängig. Ein privater Speisesaal mit einem einzigen Tisch. Gefliest und mit einem Fernseher ausgestattet. Hier kommen nun auf die drehbare Glasplatte alle bestellten Speisen auf einmal und jeder isst von jedem Teller. So werden selbst bei nur 2 Personen meist 6-7 Hauptgerichte bestellt, die dann permanent hin und her gedreht werden. Die Getränke werden gleich im Großhandelskarton neben dem Tisch platziert. Das ist praktischer. Diese Art von Restaurant erlebt man bei fast jeder Firmenbesichtigung, da die Fertigungsbetriebe meist in ländlicher Gegend liegen.
Ganz anders in der Stadt. Die grossen Restaurants dort sind schon von weitem zu erkennen. Rosa und rote Farben stechen einem sofort blinken und in Leuchtreklame entgegen. Mindestens zwei ebenso rot gekleidete Damen stehen vor den riesigen Eingangshallen und begrüssen lautstark die Gäste. Speisekarten gibt es nicht. Dafür aber eine Unmenge an Aquarien in der einen Hälfte der Halle. Darin schwimmen jedoch keine Zierfische, sondern die Speisekarte. Vom Hummer bis zur Muräne kann man alles bestellen. Man wählt den Fisch und dann die Zubereitungsart. Hier kann man nichts schlechtes bestellen - alles lebt noch !

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 
Wenn alle Speisen ausgewählt sind geht es per Rolltreppe in den Speisesaal. Dieser ist so groß wie eine Turnhalle und bei einem meiner Abendessen fanden dort gleich drei Hochzeiten zur selben Zeit statt. In blinkendem Rot/Rosa versteht sich. Zu Beginn erhält jeder Restaurantbesucher ein heiss dampfendes kleines Handtuch. Bei meinem allerersten Restaurantbesuch war ich etwas hilflos in Bezug auf dessen Verwendung. Es ist jedoch höchst einfach und dient der Reinigung der Hände. Darauf folgt natürlich Tee und einige winzige getrocknete Fischchen als Zeitvertreib. Kurz darauf geht es auch schon los mit den ersten Tellern. Man muss wissen dass in China alles etwas schneller geht. Und schnell ist untertrieben. Angenommen Sie wissen bereits was Sie essen möchten, dann können Sie noch auf der Rolltreppe nach oben bestellen. Sie werden nie warten müssen. Wenn die Cola zu Neige geht genügt ein lautes Schnippsen in der Luft und noch bevor Ihr Arm wieder auf dem Tisch ist können Sie bestellen. Es gibt Stäbchen und einen Porzellanlöffel. Eine grössere Schüssel für Suppe und ein kleines Schälchen für Sojasoße und Essig. In China wird beides meist vermischt und jeder hat sein ganz eigenes Mischungsverhältnis. Ein Becher für den Tee und ein kleiner Teller sind das Wichtigste. Muschelschalen, Knochen und Sonstiges nicht Essbares verbleiben auf diesem Teller und er wird etwa alle vier Minuten geleert.

 

 

 

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