Die Geschichte und die Herstellung der japanischen und chinesischen Steinlaternen und Steinbrunnen
Die Geschichte der japanischen Steinlaternen beginnt in China, wo erstmals Laternen aus Guß gefertigt wurden. Diese teils drei Meter hohen Laternen stehen im Zentrum eines Tempels und bilden ein wesentliches Merkmal des ersten optischen Eindrucks eines chinesischen Buddha-Tempels.
Die Steinlaternen stammen ursprünglich aus China
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Rechts: Eine drei Meter hohe Gusslaterne im Tempel unseres Herstellungsortes in China - Der Beginn der Steinlaternen-Geschichte. Links: Granitblöcke auf dem Weg zu den Steinmetzen |
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Japanische Steinlaternen auf dem Weg zurück nach China
In Japan wurden die Laternen importiert und später dann aus Stein von den Teemeistern der Teegärten eingeführt. Die Herstellung war ebenso spartanisch wie spektakulär und beschränkte sich auf einen einfachen Hammer und verschiedene Meisel. Diese Methode wurde von den Chinesen wiederum perfektioniert und weitergeführt. Während in Japan noch möglichst weiches Gestein wie Sandstein und Kalkstein verwendet wurde, stellten die Steinmetze in China rasch auf das wesentlich härtere Gestein Granit um. Granit ist praktisch überall im Festland als Tiefengestein zu finden und ist ein äußerst hartes und witterungsfestes Gestein. Der scharze Granit ist sogar einer der härtesten Steine überhaupt.
Die Bedeutung chinesischer Steinlaternen
Links: Eine der ältesten Laternenformen Kasuga .
Neben den Trittsteinen zählten Laternen zu den wichtigsten Elementen eines Gartens. Da Teezeremonien oftmals abends stattfanden, dienten sie dazu den Gästen den Weg zu den Teehäusern zu erhellen und als einfache Wegweiser tagsüber. Mittlerweile ist eine Vielzahl von Laternen erhältlich, die auch bei Tage eine phantastische dekorative Ergänzung für jeden Garten bieten. Fast jede Laterne besteht aus mehreren Teilen. Von Oben betrachtet bildet eine "Kappe" den Abschluß. Darauf folgt das "Dach", welches auf dem "Lichtkasten" aufsitzt. Dieser wird wiederum von der "Laternenplatte" getragen, die auf dem "Schaft" aufsitzt. Diese Teile der Laterne werden von einem "Sockel" getragen. Außnahmen stellen die sogenannten "Ikekomi-gata", die "eingegrabenen Laternen" dar. Sie besitzen Keinen Sockel und werden getreu dem Namen mit dem Schaft eingegraben. Hier finden Sie ein hochauflösendes Bild eines Meisterstücks: Japanische Steinlaternen
Jede unserer Laternen besteht aus mehreren Teilen und wird wie oben beschrieben wie ein Turm aus Bauklötzen aufeinandergereiht. Dies bedeutet natürlich ein weitaus höheres Maß an Handarbeit als die Fertiggußlaternen aus Beton oder Gips, die leider etwas weiter verbreitet sind. Selbst die Details, wie z.B die kleinen "Fensterrahmen" werden von Hand mit feinen elektrischen Hämmern herrausgeschlagen. Die Details der Herstellung erklären wir im Folgenden:
Die Herstellung unserer Laternen
Wie in jedem Handwerk gibt es Meister und Lehrlinge und Lehrlinge können Meister werden. So entwickelt sich ob in Europa oder in Asien die Arbeit der Hände seit Jahrtausenden weiter. Auch im Beruf des Steinmetzes werden die Fähigkeiten nicht nur weitergegeben sonderen entwickeln sich auch permanent weiter. So verwandelten sich die Laternenformen von klassischen Steintürmen und Pagoden auch hin zu modernsten Gebilden die den Jahrtausende alten Stein zum zeitgenössischen Kunstobjekt verwandeln. (Links: Klassisch oder modern - zwei Laternenformen) Besonders spürbar ist die Entwicklung im fernen Osten selbst wo die Nachfrage nach Steinlaternen sich immer mehr zu modernen Laternenformen entwickelt. Klassische Laternen und Lampen wie unsere Rankei, Oribe, Go Ju No Tou, oder Kasuga werden modifiziert und erhalten eine völlig neue Ausstrahlung. Nach einem Aufentalt in China möchte man meinen dass die Laternenformen den Wandel des Landes und der Menschen wiederspiegeln. Wir führen sowohl die traditionellen Lampen wie auch die modernen Ausführungen - entscheiden Sie sich für eine Seite des Landes.
Traditionelle Steinlaternen - Reine Handarbeit aus Stein
Das Prinzip der Herstellung ist bei beiden Stilen jedoch gleich. Computersteuerung, CNC-Maschinen oder ähnliches gibt es nicht. Das einzige Werkzeug das unser Jahrhundert verrät sind elektrische Diamant-Sägen die die metergrossen Granitblöcke vorbereitend zerteilen. die so entstehenden kleinen Blöcke werden nun von Hand weiterverarbeitet. Da jede Laterne aus mehreren Teilen besteht benötigt allein das Zerteilen der harten Gesteinsblöcke geraume Zeit. Wie auf nebenstehendem Bild erkennbar bedarf es eines unglaublichen Könnens um runde und detailierte Formen dermaßen exakt aus dem Stein zu schlagen. (Granit ist nicht vergleichbar mit Bimsstein. Einer unserer Steinmetzkunden vormulierte die Beschreibung wie hartnäckig das Gestein ist so: "Da muss man schon ein paar mal draufhaun!" Eine einfache Aussage zu der es jedoch nichts hinzuzufügen gibt. Bis eine Kugel aus dem Granitblock entstanden ist vergehen Tage)
Besonders die Fertigung der klassischen Laternenmodelle Bedarf einem hohen Maß an Erfahrung. Unsere Wegweiser-Laterne "Michi Shi Zonggoa" ist also nur ein kurzer Einblick in die Steinmetzarbeit. Bedeutend aufweniger ist die Fertigung von mehrteiligen Lampen wie zum Beispiel "Kittasaga Rokkaku Toro", deren Leuchtkasten auf dem Bild rechter Hand zu sehen ist. Jedes Teil der Laterne muss in getreuer Proportion zu den verbleibenden Teilen stehen und nicht nur die selbe Oberflächenstruktur aufweisen sondern auch ganz pragmatische Dinge wie die Stabilität des Laternenturms berücksichtigen.
Umso schwerer den richtigen Steinmetzbetrieb zu finden. Ein Beispiel haben wir linker Hand für Sie vorbereitet. Schwer genug den viergliedrigen Fuss unserer "Rokkaku Yukimi" aus dem Steinblock zu fertigen, aber selbst hier gibt es gravierende Unterschiede die unsere Qualität auszeichnen: Zum einen ist jeder Fuss nach unten und aussen hin fein geschwungen, die Kanten sind spitz zulaufend und nicht grob abgerundet, die Innenseiten werden mit einer feinen Falz versehen und bieten somit mehr Kontur und der kleine Spitz zwischen den Laternenfüssen ist in selbiger Falz zudem ausgeprägt. Diese Details machen die echte Steinmetzarbeit aus und stehen für höchstes Können und Wissen unserer Steinmetzbetriebe.
Copyright - 2006, Ralf Hildebrandt - Der besondere Garten













